Io posso entrare – Hunde ausdrücklich erwünscht

Kaum sechs Wochen in Deutschland, muss (:-)) Zara schon in den Urlaub fahren. Wir möchten ein paar Frühlingstage im Süden genießen, zudem ein wenig Rad fahren und haben uns für Kaltern in Südtirol entschieden. Mitte April sollte es dort schon angenehm warm sein und die Möglichkeit bestehen, Rennrad zufahren. Wir buchen über booking ein hundefreundliches Apartment am Rande Kalterns. Der Plan ist: nach ein/zwei Tagen der Eingewöhnung, Zara auch einmal allein lassen zu können und ein wenig Rennrad zu fahren. Es ist unserer erster Urlaub mit Zara und ich denke sogar an ihren Impfpass.

Hundebett, Leinen, Tücher, Geschirr, Napf und Futter: da gilt es an einiges zu denken.

Zara ist nicht besonders begeistert darüber,  denn sie fährt nicht gerne Auto. Es ist eine beschwerliche, lange Fahrt. Die knapp 600 Kilometer sind vielfür sie , doch Stau um Pforzheim und Stuttgart und viel Verkehr lassen es auch für uns zum Horror werden. Nach sieben beschwerlichen Stunden kommen wir endlich an. Das hundefreundliche Hotel hat uns das dunkelste und hässlichste Apartment zugewiesen. Wir werden zudem auch gleich darauf hingewiesen, dass wir mit Zara sehr aufpassen sollten. Die Winzer Kalterns seien nicht sehr gut auf Hunde zu sprechen, auch gäbe es nur wenige Lokale, in denen man Hunde mitnehmen könne. Wir fühlen uns auf Anhieb unwohl.

Doch wir haben auch ein wenig selbst schuld. Völlig naiv, ohne uns vorab über die Bestimmungen Italiens oder Kalterns zur Hundehaltung informiert zu haben, sind wir losgefahren. Eine kurze Recherche hätte uns wissen lassen, dass in Italien Leinenpflicht herrscht und ein Maulkorb immer mitzuführen ist.

Was tun? Die Wettervorhersage ist schlecht, also an Rennrad nicht zu denken und so beschließen wir am gleichen Abend, den Ort zu wechseln und uns eine etwas hundefreundlichere Region zu suchen. Liz, Zaras Pflegemama und Hundetrainerin aus Lanzarote, empfiehlt uns ihre Heimat, das Engadin. Doch dort liegt schon wieder Schnee und die Schweizer Preise sind bekanntlich auch happig. Ganz in der Nähe der Schweiz, am Comer See, unweit von Como finden wir etwas Interessanteres über Airbnb: Apartment mit Wiese für Hunde, bezahlbar ist es auch, also nichts wie hin.

Es gibt in der Nähe des Mendelpass wunderschöne Ausblicke auf Kaltern und den See.
Zara mit Berge kommt auch ganz gut.
Immer wieder wunderbare Blicke auf den See.

Doch vorher fahren wir mit Zara noch hoch auf den Mendelpass, um dort oben mit ihr spazieren zu gehen. Die voralpine Landschaft ist wunderschön und bietet tolle Fotolocations. Gegen 14 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Como. Es wird eine abenteuerliche Fahrt, da wir von unterwegs nicht buchen können, keine Telefonnummer der Vermieter erhalten und wir rund um Mailand ewig im Stau stehen. Dann, nur noch wenige Kilometer vom Ziel entfernt, geht es in engste Gassen, es dämmert bereits und die Tankanzeige beginnt zu blinken. Wird das ein Happyend geben?

Klar! Dank einer fotografischen Wegbeschreibung, finden wir schließlich unser Apartment, eine Schiefertafel mit einem Willkommensgruß an der Tür zeigt, das wir richtig sind. Wir sind überglücklich und werden warmherzig von Felicitas und Federico empfangen. Unser gemütliches Zimmer führt direkt in den Garten, schöner kann es kaum sein.

Das wunderschöne Haus mit Garten von Felicitas und Federico ist ein kleines Paradies oberhalb von Como.

Eine Woche verbringen wir hier in Brunate, oberhalb von Como. Diese kleine Stadt auf 715 Metern und dank der berühmten Funiculare, der Standseilbahn, direkt mit Como verbunden, war einst die Sommer-Urlaubsresidenz reicher Mailänder. Davon zeugen noch heute die vielen wunderschönen Anwesen. Brunate wird an Feiertagen und an Wochenenden regelrecht heimgesucht von Touristenmassen, so dass sich lange Schlangen an der Kasse der Funiculare bilden. Unter der Woche ist Brunate verschlafen und die schönen Wälder ringsherum sowieso.

Während wir Eis essen, wartet Zara geduldig.

Boot fahren ist noch unheimlicher als Auto fahren. Ruth versucht Zara zu beruhigen.

Für uns ist es perfekt. An einem Tag gehen wir mit Zara unterhalb der Funiculare zu Fuß runter nach Como. Zara hält sich in der lauten, hektischen Stadt prima. Wir gehen mit ihr in den Markthallen der Via Mentana einkaufen, erstaunlicherweise dürfen wir sie mit hinein nehmen. Wir genießen köstliches Eis und später holt uns Felicitas mit dem Auto ab. Einfach perfekt. Ihr Mann Federico gibt uns tolle Wandertipps, die Zara und uns richtig fordern. Knapp zehn Kilometer laufen wir durch Wälder über Montepiatto bis nach Torno. Ein Schiff soll uns zurück nach Como bringen. Nur widerwillig nimmt man uns mit. Eigentlich muss Zara einen Maulkorb tragen. Aber sie sieht so kläglich aus und ich muss sie an Bord tragen.

Wir stellen fest: Boot fahren mag sie noch weniger, als Auto fahren. Sie ist froh, als die kurze und für uns wunderschöne Fahrt vorbei ist und springt ganz ohne Hilfe vom Schiff. Obendrauf geht‘s noch in die Funiculare nach Brunate hoch – an diesem Tag hat Zara viel neues kennen gelernt. Abends gibt es eine fette Beinscheibe und viel Schmusen auf dem Rasen und am nächsten Tag außer Gassi gehen viel Ruhe für sie. Während wir noch einmal zum Schoppen nach Como runter fahren, chillt Zara genüsslich auf dem Sofa unseres Zimmers. Es ist schön zu sehen, dass sie nur eine kurze Zeit benötigt, um sich irgendwo wohl zu fühlen.

Die Landschaft ist idyllisch und menschenleer. Man kann hier wunderbare Wanderungen unternehmen.

Unseren letzten Abend genießen wir im Ristorante Falchetto, in dem wir auch mit Zara willkommen sind – wie übrigens in den meisten Restaurants. Morgen geht es nach Hause, mit vielen köstlichen Leckereien und neuen Erfahrungen. Wir werden das nächste Mal nicht nur an Zaras Sachen und ihr Futter denken, sondern grundsätzlich Hundeorientierter planen.

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