Ein Stadthundeleben mit Tücken

Die Herausforderungen „Leben mit Zara“ gehen weiter.  Sie ist seit gut zwei Wochen läufig und hält uns damit ganz schön auf Trab. Mich stören weder die Blutstropfen (sodass ich mit Wischen kaum hinterher komme) noch die Haare, die sie überall verliert (Zara bekommt ihr Sommerfell). Zwei Dinge sind es, die ihre Läufigkeit schwierig werden lassen: Zara selbst und das Miteinander mit anderen Hunden.
Unsere liebenswürdige, gelehrige und gehorsame Musterhündin, ist derzeit eine hormongesteuerte, sture, ungehorsame und launische Diva. „Dies mag ich nicht, jenes will ich nicht, da will ich jetzt ganz schnell hin und deine Leckerlies haben auch schon mal besser geschmeckt…Da wir nicht viel dagegen machen können, nehmen wir es wie es ist und hoffen einfach, dass es nicht mehr so lange dauert. Ich habe manchmal das Gefühl, dass Zara selbst auch schon ein wenig genervt ist. Wer hat schon gerne seine Tage…
Weitaus problematischer ist das Gassigehen mit ihr. Unsere Liebelingslocation hier in Mannheim ist die Neckarwiese. Vom Hafen Mannheims, bzw. der Stelle, wo der Neckar in den Rhein fließt, erstreckt sich fast bis Heidelberg eine riesige Grünfläche, Hochwasserüberschwemmungsgebiet, das sich – dank großer Rasenfläche und natürlicher Begrenzung durch Neckar und Deich –  ideal für den Hundespaziergang eignet. Hier gibt es keine Leinenpflicht und die Hunde können sich austoben. Viele Hundebesitzer kommen teilweise sogar aus Ludwigshafen mit dem Auto gefahren, um hier mit ihren Hunden spazieren zu gehen. Was normalerweise ein tolles Abenteuer für Zara ist, wird derzeit zum Welpenkommando – unmöglich hier die Rüden von ihr fernzuhalten. Und über die Unmöglichkeit des Unterfangens mit Zara hier zu laufen, wurde ich auch schon sehr unfreundlich hingewiesen. „Gehen Sie doch in den Park“, wurde ich gemaßregelt. Mach ich also.

Der Park ist auch kein sicherer Ort

Wir wohnen in Mannheim direkt am Unteren Luisenpark. Dies ist der öffentliche und ohne Eintritt zu begehendes Park im Herzen Mannheims, der im Sommer zu einer riesigen Freizeitoase wird. In diesem Park sind Hunde erlaubt, aber Schilder weisen an jedem Eingang auf die Leinenpflicht hin. Eigentlich sicher, hier mit einer läufigen Hündin spazieren zu gehen. Wie war das noch: Eigentlich impliziert immer die Ausnahme…
Also nicht sicher. Meiner persönlichen Schätzung zufolge halten sich maximal 50 Prozent der Hundebesitzer an die Leinenpflicht. Auch hier mache ich mich unbeliebt, wenn ich von weitem Frage, ob es sich bei dem uns entgegen laufenden Hund um einen Rüden handelt und man diesen bitte an die Leine nehmen könnte. Das wird im Übrigen sehr schwierig, wenn Frauchen oder Herrchen mit dem Kopfhörer im Ohr und dem Smartphone in der Hand auf alles andere mehr achtet, als auf den eigenen Hund. Diese Unachtsamkeit dem eigenen Hund und der Umgebung gegenüber empört mich – aber ich kann nichts dagegen machen. Zumeist sind dies Hunde, die, wenn sie dann endlich gerufen werden, nicht hören (auch nicht, wenn keine läufige Hündin sie lockt). Mir ist es schon passiert, dass andere Hundebesitzer uns hinterherlaufen mussten, um ihren Hund einzufangen. Das alles lehrt mich, mit Zara – sobald sie wieder stabilisiert ist und die Hormone sich „normalisieren“ – weiter zu arbeiten. Bis dahin gilt es wachsam sein und Zara zu unterstützen, wo es nur geht.

Zara liebt es am französischen Balkon zu liegen und das Geschehen auf der Straße unter ihr zu beobachten.
Davon wird sie aber soooo müde und muss sich erstmal wieder ausruhen.
Wenn sie nicht darf wie sie will, kann unsere Diva das auch ohne Worte deutlich zum Ausdruck bringen.
Doch wir genießen die morgendliche Stimmung im Park.
Und dann hält Madame doch für ein schönes Porträt still.

   

Tragen Sie Zaras Geschichte in die Welt...Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on Twitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.