Mit den Teckeln schnüffelnd on Tour

Zara lernt Mantrail

Hunde sind Nasenwesen. Das war mir zwar immer klar, aber durch meine Zeit bei Liz, wurde mir erst bewusst, wie elementar es für die Hunde ist, diese auch einzusetzen. Daher planten wir von Anfang an, dass wir Zara nach ihrer Eingewöhnungszeit, die viel Kraft und Aufmerksamkeit von ihrer forderte, langsam an Aufgaben, die sie erfüllen und sie stolz machen, heranführen möchten. Das Mantrailing – Menschen suchen – steht ganz oben auf unserer Liste.

Im Juli besuchten wir nun einen ersten Kurs mit Zara. Bei den Teckeln on Tour hatten wir einen Tagesworkshop gebucht. Liz hatte uns die Anbieter empfohlen und auch wir fanden die Beschreibung ansprechend.  Also ging es an einem eher trüben und daher nicht so warmen Sonntag Morgen los Richtung Walldorf:

Antje führte uns mit ihrer ruhigen Art durch alle Situationen.

Der Treffpunkt ist von den beiden Inhaberinnen Antja und Iris sehr gut ausgewählt: ein kostenloses Parkhaus am Waldrand. Insgesamt sind wir nur vier Hunde-Mensch-Paare – optimal. Wir stellen uns erstmal einander vor: Brösel, ein belgischer Schäferhund, der ganz heiß auf Suchen ist mit Herrchen Jürgen, Timmi, ein großer Australien-Shepard-Mischling mit Frauchen Katja,  Leila, ein kleiner Australien-Shepard-Mischlingmit Frauchen Dagmar und Zara mit mir. Die drei Dackel von Teckel on Tour liegen geduldig in ihren maßgestalteten Transportboxen im Auto – cool –  da sie das ja alles schon kennen.

Erstmal Theorie, bevor es in den Wald geht.

Doch bevor es losgeht, gibt es erstmal Theorie. Antje hat eine Präsentation vorbereitet. Verständlich, kurz und übersichtlich erklärt sie die Hintergründe für die Nasenarbeit und das Wesentliche beim Mantrailen. Der Geruchsinn bei Hunden ist mehr als außergewöhnlich und für uns kaum vorstellbar. Hunde haben bis zu 220 Milionen Geruchszellen, Menschen 10-30 Millionen. Aus einem großen Areal mit Sand können Hunde zwei unterschiedlich riechende kleine Körner herausfinden. Daher kann man sie, bei entsprechender Schulung, so gut als Suchhunde einsetzen.

Was der Mensch allerdings bedenken muss: Nasenarbeit ist extrem anstrengend für den Hund. Sie atmen bei intensiver Geruchsaufnahme  bis zu 300 mal die Minute, ihr Pulschlag erhöht sich und die Körpertemperatur steigt um ein bis zwei Grad. Daher arbeiten zum Beispiel „professionelle“ Hunde nie länger als 15 – 20 Minuten.

Für mich als Mensch, sind die neuen Begriffe rund ums Mantrailen gewöhnungsbedürftig: Der „Runner“ ist die Person, die der Hund finden muss; das „Scent“ ist der Geruchsartikel, der nach dem Runner riecht und vor Ort zurückgelassen wird…Wieder mal muss ich fast mehr lernen als Zara.

Unsere Hunde werden an diesem Tag abwechselnd und ausgesucht eingesetzt. Einer nach dem anderen bekommt jeweils am Vormittag und am Nachmittag nach der Pause 2-3 „Schnüffelaufträge“, damit er keinesfalls überfordert wird. Wir Menschen können alle Einsätze begleiten und auch durch die Arbeit der anderen lernen.

Zara riecht die Leckerlie und ist ganz aufgeregt.
Der Sichtschutz verhindert, dass Zara sehen kann wohin der Runner läuft.
Das schönste für Zara war es, die Rindswurst zu bekommen.

Brösel zeigt als erster, dass er ein fortgeschrittener Mantrailer ist. Auch Timmi, der schon einmal mit Frauchen ein Kurs besucht hatte, weiß genau, was hier von ihm erwartet wird und findet den Runner immer schnell.

Zara und ich sind ganz aufgeregt, als es für uns losgeht. Recht schnell ist klar: mit der 10-Meter-Schleppleine hinter ihr, die sie biser nicht kennt,  geht gar nichts. Als ängstlicher Hund drehte sie sich immer wieder um, ist irritiert und weiß gar nicht, was ich von ihr will. Da hilft auch nicht das Locken mit dem Super-Leckerlie. Ok, also nochmal ganz zurück und alles auf null. Als erstes muss Zara wissen, dass wir in einem anderen Modus als Spaziergang unterwegs sind.

Viele Hund tragen aus diesem Grund ein spezielles Mantrail Geschirr. Irgendwann wird es für ihn ganz klar, dass er mit dem Tragen dieses Geschirrs bald die Aufgabe „Suchen“ bekommt. Man kann aber auch dem Hund ein Halstuch nur für diese Aufgabe anlegen – wichtig ist, dass der Hund erkennt, dass jetzt Mantrailen angesagt ist.

Wir versuchen es aber erstmal ohne Leine und mit Blickkontakt. Der  Runner zeigt ihr die Dose mit den Leckerlie und den Scent-Artikel. Zara ist dann ohne Leine hinterher und findet natürlich Iris, unseren Runner, sofort. Beim nächsten Mal arbeiten wir mit dem Sichtschutz. Und Zara muss durch das zurückgelassene  Kleidungsstück die Spur aufnehmen. Das klappt dann auch ganz gut. Es macht ihr natürlich großen Spaß, Iris im Wald zu finden und die Belohnung zu erhalten, aber es ist auch sehr deutlich, dass wir Zara langsam und ruhig zu ihrer Aufgabe hinführen müssen.

Wir werden weitermachen und mit Zara gemeinsam lernen.

Timmi ist ein Naturtalent und hatte großen Spaß.

 

 

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