Ich lerne Hunde lesen oder Bellen und Knurren ist völlig ok

Als ich Zara auf der Finca kennen lernte, war sie ein schüchterner, vorsichtiger und extrem zuwendungsbedüftiger Hund. Sie war fast still, bellte nicht und gab auch kaum andere Laute von sich. Damals dachte ich, was für ein ruhiger, sanfter und ausgeglichener Hund. Heute muss ich lächeln, denn ich weiß es besser. Zara ist ein sogenannter Deprivationshund. Diese Hunde sind reizarm aufgewachsen und sehr ängstlich. Sie haben kein Selbstbewusstsein und wenig Kontakt zu anderen Hunden und Menschen gehabt. So sah auch wohl Zaras Leben aus, bis sie auf die Finca kam und vor allem, bis sie zu Liz kam.
Liz hat drei Hunde: Sina, eine Bordeaux-Dogge, die als angeblich bissiger Hund mit neun Monaten eingeschläfert werden sollte und nun seit über fünf Jahren bei Liz lebt und auch von mir inzwischen zärtlich Sina-Bina genannt wird. Sie ist eine mächtige, sanfte, verschmuste Seele, die nur nicht aus ihrem Gleichgewicht gebracht werden darf. Tasha ist eine spleenige, anhängliche, mimosenhafte, intelligente, unglaublich fein- und mitfühlende, vorbildhafte und lebhafte, wilde schöne Ridgeback-Hündin; und schließlich Don Pepito, dieser kleine Wuselwisch von Papillon, der mich kleine Hunde mögen und schätzen lässt und der die Damenwelt aber so was von im Griff hat. Was  für eine Bande.

Diese tolle Bande hat meine Zara aufgenommen. Die unwissende, ungehobelte und unausgebildete Zara.  Gleich am ersten Abend im Haus ihrer Gastfamilie habe ich Zara zum ersten Mal knurren gehört. Es war ihr alles zuviel. Was habe ich an diesem ersten Abend mit der Rasselbande am 11.1.2017 gelernt: Ein Hund, der knurrt, der beißt ja noch nicht!

Inzwischen, über vier Wochen später, ist Zara schon ein anderer Hund. Sie hat an Selbstvertrauen gewonnen und Hundekommunikation gelernt. Ihre große Freundin und Vorbild Tasha verunsichert sie dennoch manchmal ein wenig. Wenn beide spielen wollen, gibt es auch schon mal ein Knurren und später auch ein Abschnappen seitens Zara an Tasha gerichtet. Damit sagt Zara, dass es ihr jetzt zu viel wird. Tasha versteht diese Signal sofort, stoppt, stellt sich ruhig seitlich zu Zara, um ihr zu signalisieren, dass sie weiter spielen will. Inzwischen geht das Getobe gleich weiter. Zara lernt, dass ihre Signale verstanden und akzeptiert werden und schaltet sofort wieder um.

Was Mensch so alles aus dem Knurren des Hundes lesen kann, beschreiben Ulrike Seumel oder auch Petra Techert in ihren Blogs sehr schön.

Ich zucke nun nicht mehr zusammen, wenn Zara knurrt, sondern beobachte sie und schaue, ob ich ihr vielleicht in dieser Situation helfen kann oder ober sie das schon ganz alleine macht.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.